Objektdaten
Name: Portola Süßwarenfabrik
Baujahr: 1913
Status: Ruine
Adresse: Allerstraße 1, 39126 Magdeburg
Geokoordinaten: 52.15993269066244, 11.663800022562736
Besucht: April, 2025
Schokoladenfabrik Pflöger & Krause “PORTOLA” – 1913 bis 1945
Die Schokoladenfabrik Pflöger & Krause „PORTOLA“ wurde 1913 in Magdeburg gegründet und erwarb rasch einen guten Ruf für ihre hochwertigen Schokoladen, Süßwaren und Gebäck. Das Werk der Portola Süßwarenfabrik befand sich in Magdeburg-Nord, auf einem Industriegelände nahe dem Stadthafen, wodurch Portola über einen eigenen Gleisanschluss verfügte.



Wie viele Betriebe in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg gab auch die Portola Süßwarenfabrik ihr eigenes Notgeld aus, genauer gesagt Briefmarkengeld. Die Schokoladenfabrik Pflöger & Krause „PORTOLA“ blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Betrieb, bis ihre Produktionsanlagen teilweise zerstört wurden und somit vorübergehend stillstanden.
VEB Portola Süßwarenfabrik – 1945 bis 1990
Nach 1945 wurde die Schokoladenfabrik Pflöger & Krause „PORTOLA“ wieder aufgebaut. Gleichzeitig wurden die Besitzer enteignet und die Fabrik in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt, der nun unter dem Namen VEB Portola Süßwarenfabrik weitergeführt wurde.
Die VEB Portola produzierte in den 1950er Jahren weiterhin ein breites Sortiment an Süßigkeiten und Schokolade. Später wurde sie zusammen mit der Gesundkost Magdeburg unter dem Dach der VEB Süßwarenfabrik „Wesa“ Wilkau-Haßlau zusammengeschlossen, welche wiederum Teil des VEB Kombinat Süßwaren Halle war – der ältesten bis heute aktiven Schokoladenfabrik Deutschlands, gegründet 1806.




VEB Portola Süßwarenfabrik – Candy M. – 1991 bis 2003
Nach der Wiedervereinigung gelang es den Mitarbeitenden der VEB Portola Süßwarenfabrik, die Fabrik in Eigenbesitz zu übernehmen. Das Unternehmen erreichte einen kleinen Bekanntheitsgrad durch die Produktion von Trabbi-förmigen Gummibärchen, von denen sogar Ronald Reagan einige erhielt (ob sie ihm schmeckten, ist nicht überliefert).
Nach einer Umfirmierung arbeitete das Unternehmen unter dem Namen Candy M. weiter, geriet jedoch aufgrund geringer Absätze und notwendiger Investitionen in veraltete Produktionsanlagen in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Schließlich ging das Unternehmen bankrott, und die Fabrik wurde geschlossen. Das nun verlassene Werk verfiel zusehends, Vandalismus und Kupferdiebe setzten dem Gebäude stark zu. Im September 2003 brach in einem der Gebäude ein Feuer aus, das dieses vollständig zerstörte.





VEB Portola Süßwarenfabrik Heute (2025)
Seit dem Brand im Jahr 2003 hat sich kaum etwas geändert. Die Fabrik ist immer noch verlassen, und nahezu alles, was zerstört werden konnte, wurde bereits zerstört. Eines der Produktionsgebäude verbreitet einen widerlichen Gestank, der vernünftige Menschen davon abhält, das Innere zu erkunden. Angeblich wurden nach Schließung der Fabrik zahlreiche Chemikalien und Aromen im Keller zurückgelassen, die Ursache für den Geruch sein könnten. Wir haben darauf verzichtet, genauer nachzuforschen.





Das Hauptgebäude besitzt durchaus architektonischen Charme, scheint aber nicht unter Denkmalschutz zu stehen. Wahrscheinlich werden die Gebäude in den nächsten Jahren einem weiteren Brand zum Opfer fallen oder abgerissen werden, sollte sich in den nächsten 20 Jahren ein Käufer finden. Insgesamt gibt es nicht mehr viel zu sehen, doch ein kurzer Blick lohnt sich trotzdem, wenn man ohnehin gerade vorbeikommt.
Portola Süßwarenfabrik Adresse
Allerstraße 1, 39126 Magdeburg
52.15993269066244, 11.663800022562736






